2 Jahre Mutterglück und was ich davon halte…

Nun ist er schon wieder vorbei, der 2. Geburtstag meines kleinen Mannes. Ich bin super stolz auf ihn und um ein eigenes Resümee reicher. Man kennt das ja als Mom, mit jedem Geburtstag sitzt man da und denkt über die vergangene Zeit nach. Es ist wirklich viel passiert in den letzten zwei Jahren. Wir haben uns verändert, unser Alltag hat sich verändert, unsere Lebenseinstellung, unser Wohnort und und und. Das Leben krempelt sich tatsächlich um sobald man nicht mehr  nur zu zweit ist, es ist aber auf keinen Fall vorbei.

Ehrlich gesagt muss ich gestehen, dass ich jetzt erst, nach zwei Jahren, so richtig im Familienleben angekommen bin. Es braucht schon etwas Zeit um sich daran zu gewöhnen und damit vor allem auch glücklich zu sein. In der ersten Zeit als Mutter zweifelt man manchmal an seiner Entscheidung. Man fragt sich wie es wohl wäre, wenn man doch nicht kein Kind hätte. Man sehnt sich schon etwas nach dem alten Leben zurück. Ist ja auch klar bei all den schnellen Entwicklungen des Kindes. Ständig muss man sich auf eine neue Phase einstellen, ständig neue Herausforderungen mit denen man erstmal nicht umgehen kann. Auch wir waren erstmal verzweifelt als sich die Trotzphase einstellte und wir plötzlich ein sehr willensstarken Sohn vor uns hatten. Wir wussten nicht so recht wo dann die Toleranz jetzt aufhört und die Erziehung anfangen sollte. Oder das ständige Ändern der Wohnsituation. Erst fängt das Kind an zu Krabbeln und man macht alle erdenklichen Ecken und scharfen Kanten sicher, dann plötzlich läuft das Kind und man fängt an auf dem Baumarkt nach Schlössern für alle möglichen Schränke zu suchen.

Die ersten zwei Jahre waren wirklich aufregend für unser Kind und auch für uns. Ständig standen wir unter Strom da wir noch keinen Kita-Platz hatten. Das Kind wollte den ganzen Tag beschäftigt werden, so das man wirklich zu nichts anderem kam. Auch als Eltern muss man sich an das neue Leben gewöhnen und seinen eigenen individuellen Weg finden um glücklich als Familie zu werden.

Es bringt nichts nach irgendwelchen Ratgebern, Magazinen, Ärzten oder Meinungen von anderen Familienmitgliedern zu handeln. Man setzt sich selbst unter Druck und ist am Ende nicht glücklich. Auf sich selbst und sein Kind zu vertrauen ist immer noch das beste meiner Meinung nach. Mein Bauchgefühl hat mich bis jetzt noch nicht im Stich gelassen. Das ist wohl das wichtigste was in meiner bis jetzt noch kurzen Zeit als Mutter gelernt habe. Einfach mal entspannt bleiben. Einfach mal tief durchatmen und kurz überlegen ob es denn wirklich Sinn macht sich jetzt aufzuregen oder ob es der eigene Frust ist dem man da grad Luft machen will. Warum soll ich mich über andere Mütter aufregen? Warum soll ich mich über die falsche Jacke, die mein Kind an hat, aufregen wenn ich es abhole? Warum soll ich an die Decke gehen wenn mein kleiner Mann nicht sofort und Punkt 19 Uhr ins Bett geht, wenn es doch eigentlich um nur 10 Minuten geht die er noch spielen will. Es gibt tatsächlich so viele Situationen tagtäglich mit denen man sich das Leben als Mutter selbst schwer machen kann. Ich hab damit schon lange aufgehört. Ich könnte es mir wirklich nicht vorstellen, jeden Abend ganz mega doll frische Bio-Gerichte auf den Tisch zu stellen oder den ganzen Tag mit meinem Kind zu verbringen und es nicht in die Betreuung zu geben.

Ich möchte keine Helikopter-Mom sein, die nur noch für ihr Kind lebt und es den ganzen Tag nervt. Ich möchte auch mal durchatmen können und mal nicht an mein Kind denken. Ich möchte für meinen Sohn und für mich auch mal etwas Freiraum um sich dann auch wieder aufeinander freuen zu können. Es bringt mir nichts alles perfekt machen zu wollen um an Ende dann irgendwann vor Frust zu platzen und mein Leben als Mutter zu bereuen. Wir waren noch nie Fans von vielem Jammern, sondern immer vom Handeln und die Situation an uns anzupassen.

Und doch wird es einem nicht leicht gemacht. Sobald man ein Kind hat meint die restliche Welt sie dürfte sich einmischen. Immer wieder hört man ungebetene Ratschläge und Besserwisserei über die man dann tatsächlich auch noch nachdenkt und sich verrückt macht. Gerade wenn ein Kind noch sehr klein ist, ist das besonders schlimm. Irgendwie drehen alle Frauen durch sobald sie ein Kind von gerade mal ein paar Monaten sehen. Am schlimmsten die, die schon mal ein Kind großgezogen haben. Zum Glück lässt das mit der Zeit nach und lasst euch gesagt sein, sobald das Kind etwa zwei Jahre ist, hört man davon nichts mehr. Zum einen, weil es eigentlich nichts mehr zum besser wissen gibt und zum anderen, weil man es irgendwann überhört. Man wird tatsächlich ruhiger und entspannter sobald man sich als Mutter kennengelernt und akzeptiert hat und auf sich selbst vertraut.

Das wichtigste für mich ist das man aufhört einem Idealbild von Mutter hinterher zu rennen. Es gibt sie nicht die perfekte Mutter. Jeder macht es anders, weil auch jedes Kind anders ist. Schüchterne und kuschelige Kinder brauchen mehr Nähe. Selbstbewusste und mutige Kinder brauchen mehr Freiraum… Man muss es nur schaffen sich auf sein Kind einzustellen und aufhören sich darüber zu wundern.

Am vergangen Wochenende ist mein kleiner Mann nun zwei Jahre alt geworden. Die Bude war voll, die ganze Familie war da und es war schön. Tage vorher hab ich tatsächlich sehr darüber nachgedacht, wie wir uns doch die letzten zwei Jahre verändert haben. Eigentlich haben wir beide uns als Eltern ständig verändert und sind jetzt erst richtig in unseren Rollen angekommen. Mittlerweile haben wir unseren eigenen Weg gefunden und sind sehr glücklich.

Das wichtigste ist aber, dass ich die Entscheidung kein Stück bereue und eine sehr glückliche Mutter bin…

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