Bin ich eine gute Mutter?

Bin ich eine gute Mutter?
 
Mach ich alles richtig? Nehme ich mir genug Zeit für mein Kind? Bin ich verständnisvoll genug?
Bin ich geduldig genug? Bin ich liebevoll genug? Hab ich genug Vertrauen? Bin ich häuslich genug?
Bin ich ordentlich genug? Bin ich locker genug ? Bin ich cool genug ? Bin ich pünktlich genug? Bin ich streng genug?
Bin ich herzlich genug ? Bin ich verlässlich genug? Bin ich erfolgreich genug ? Bin ich lustig genug ?
Bin ich zärtlich genug ? Bin ich eine gute Mutter und mache ich alles richtig?
 
Ich glaube das könnte ewig so weiter gehen und jede Mutter hat sich die ein oder die andere Frage schon öfters gestellt.
Was macht eine gute Mutter aus? Müssen wir uns mit anderen Müttern vergleichen und uns an einander messen? Eigentlich nicht   und trotzdem tun wir es immer wieder, ob bewusst oder unbewusst. Wenn ich ab und an mal bei einer guten Freundin bin dann drehen sich unsere Gespräche eigentlich immer nur um die Kleinen.  Alles wird miteinander verglichen und besprochen. Ich weiß schon gar nicht mehr über was wir uns unterhalten haben als die Kids noch nicht da waren.
Das Vergleichen bringt uns ja auch nicht weiter, denn unsere Kinder entwickeln sich garantiert nicht so wie wir das gerne hätten. Zeit und Freiraum geben ist da wohl angemessen. Und dennoch machen wir uns einen Kopf warum denn das Kind bitte erst 4 Wochen später läuft als das andere. „Hätte ich vielleicht noch mehr mit ihm laufen üben sollen? Ah, ich bin eine schlechte Mutter“ sagt so eine ganz leise Stimme im Unterbewusstsein und man ist gleich wieder verunsichert und fragt sich ob man alles richtig macht. Da wären auch die nett gemeinten Ratschläge von den älteren Generationen die uns jedesmal zur Weißglut bringen und sie es doch irgendwie immer schaffen dieses schlechte Gewissen wieder vor zu holen. Es werden Bücher gewälzt, unzählige Foren gelesen und eine Menge Magazine und Ratgeber türmen sich auf dem Küchentisch in der Hoffnung das man sich irgend einen Erziehungs-tipp in kürzester Zeit aneignet, ohne auch nur eine Zeitschrift richtig durch gelesen zu haben. Der Alltag mit Kind ist ja oft auch hektisch, so das man gar nicht dazu kommt groß darüber nachzudenken, ob das denn gerade dem Fachmagazin entspricht.
In der Anfangszeit meines Mutter-Daseins war es total schwierig auf mich selbst zu hören. Die Unsicherheit und das fehlende Selbstbewusstsein trugen dazu bei, das ich sehr viel auf andere gehört habe und mich damit sehr unwohl gefühlt habe.  Die eigenen Erziehungsvorstellungen wurden traurig über den Haufen geworfen und man glaubt das man vielleicht doch besser auf erfahrene Leute hört. Von Zeit zu Zeit ist mir dann eines immer mehr bewusst geworden. Egal wie ich es für richtig halte und mache, es ist gut so. Es ist egal ob man mal heimlich das Fertig-Gläschen rausholt oder einfach mal das Kind ne Stunde länger auflässt. Wenn man als Mutter glücklich und entspannt ist, dann ist es das Kind auch, und das ist doch das wichtigste. Mittlerweile kann ich ungebetene Verbesserungen gekonnt überhören und sag mir dann immer selbst das ich eine gute Mutter bin, das ich nichts anders machen muss, denn mein Kind ist glücklich.
Wir alle sind gute Mütter und Väter, solange wir auf unser Herz und unser Bauchgefühl hören. Wir müssen nicht perfekt sein und müssen verdammt nochmal nicht eine Vorzeige-Mami sein die ein perfektes Vorzeige-Kind hat, das alles immer gleich perfekt kann. So wie wir es machen ist es richtig und gut für unser Kind. Warum sich immer einen Kopf darum machen und ständig nach Verbesserungen suchen? Einfach mal entspannter und selbstbewusster mit sich umgehen, das kann vieles vereinfachen. Denn auch wenn man mal einen Nachmittag nicht auf dem Spielplatz verbringt,  ist der Nachwuchs doch glücklich, wenn man mit ihm im Kinderzimmer spielt und dabei viel Spaß hat.
Jede Mutter trägt ihr Kind im Herzen und wird deswegen immer ihr Bestes geben, es sieht nur bei jedem etwas anders aus. Mehr Selbstbewusstsein, weniger Selbstkritik und vor allem nicht so viel darüber nachzudenken ob man grad alles richtig macht, kann der Schlüssel zu einem glücklichen Mutter-Dasein sein. Einfach mal manche Situationen mit Humor nehmen, und nicht zu streng mit sich und dem Nachwuchs sein, hat mich persönlich weiter gebracht.
 Auf ein glückliches Familien-Leben!
Wie sieht es mit Euch aus ? Kennt ihr dieses Gefühl und wie geht ihr damit um ?
Ich freue mich auf eure Meinung!
 
Eure Nina
 
 
Bildquelle: PublicDomainPictures / pixabay.com

  5 comments for “Bin ich eine gute Mutter?

  1. Ronny
    13. Juli 2014 at 13:30

    Schöner Artikel

  2. 14. Juli 2014 at 9:49

    Ich muss mich auch immer wieder daran erinnern (wenn meine Gedanken wieder sehr streng mit mir sind) dass ich nicht perfekt sein muss und will. Ich weiß, dass ich eine gute Mutter bin, weil ich meine Kinder liebe und ich das Beste für sie will, mich mit ihnen Beschäftige und ihnen auch Grenzen aufzeige. Trotzdem kommen immer wieder ungebetene Gedanken hoch, wie „ungut“ ich mich gerade verhalten habe. Da frage ich mich, ob das einfach kritische Stimmen aus meiner Vergangenheit sind, die ich so verinnerlicht habe, dass sie sich jetzt in meinen Gedanken tummeln und mich tadeln??

    LG
    Petra

  3. 14. Juli 2014 at 13:30

    Das kenne ich auch. In manchen Situationen werde ich auch automatisch an meine Kindheit erinnert. Aber ich denke immer man kann sich als Mutter auf sein Bauch-Gefühl verlassen und man weiß sowie was am besten ist für sein Kind. Liebe Grüße

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