Der Mini und die Kita…

können sich gerade überhaupt nicht leiden. Ich bin gerade sehr traurig und geschockt über den Zustand meines Kindes und dessen Folgen….

Die treuen Leser konnten sich eigentlich ja schon ein wenig ein Bild über den Mini machen. Er ist sehr aufgeschlossen und freundlich, neugierig und wissbegierig aber auch ein kleiner Stier mit einem starkem Willen. Hinzu kommt, dass er schnell mal aus der Haut fahren kann wenn es nicht schnell genug geht oder er wegen etwas unzufrieden ist. Er ist in der Vergangenheit schon öfter mal mit anderen Familien einfach mit gelaufen und hatte überhaupt keine Scheu davor uns mal aus den Augen zu lassen. Von Anfang an konnten wir ihn ohne Bedenken am Wochenende mal zu den Großeltern geben und die Eingewöhnung mit einem Alter von 12 Monaten bei der Tagesmutter war auch ein Kinderspiel.

Für uns war also klar, dass die Eingewöhnung in der Kita doch recht gut funktionieren sollte und das er sich schnell einfindet, so wie er es sonst auch immer gemacht hat.

Ja und jetzt sitze ich da und könnte am liebsten los heulen vor Traurigkeit und Wut zugleich in mit drin. Ich habe gerade das Gefühl mein Kind ist wesensverändert und ich erkenne ihn eigentlich auch überhaupt nicht wieder. 

Die erste Woche Eingewöhnung haben wir hinter uns und es läuft eigentlich alles schief was nur schief laufen kann. Der erste Tag vor einer Woche verlief eigentlich ganz gut. Wir sind dort angekommen und er hat sich sofort etwas zu spielen gesucht und mich stehen lassen. Er war total neugierig auf die anderen Kinder und die neuen Räumlichkeiten und wollte eigentlich auch gar nicht gehen. Ab dem zweiten Tag fing es dann an. Er hat verstanden das er jetzt jeden Tag hier her geht und das der Papa oder die Mama nicht dabei bleiben können. Diese Tatsache hat ihn irgendwie sehr schwer getroffen. Vielleicht auch die Tatsache das er jetzt nicht mehr zur Großmama gehen wird, ich weiß es nicht so recht.  Ab dem zweiten Tag ist der Papa also immer für eine Stunde gegangen und hat ihm erklärt, dass Papa auf Arbeit muss und das er jetzt mit den anderen Kindern spielen darf. Tja und der Mini fing sofort an wie wild zu klammern.

Sobald der Papa weg gegangen war hat er sich versteckt und die ganze Stunde bitterlich geweint. Er bleibt dann einfach irgendwo sitzen und ist total in sich gekehrt, ganz ruhig und leise weint er vor sich hin. Wenn der Papa dann wiederkam, schluchzte er ganz doll und konnte sich eigentlich auch gar nicht beruhigen. Man merkt ihm also an das er sich absolut nicht wohl fühlt, sich nicht einfinden kann und zutiefst enttäuscht ist. Sobald sich der Mini dann wieder beruhigt hatte, drehte er völlig auf, wurde frech und laut. Er hat sich also plötzlich von einer ganz anderen Seite gezeigt, der selbstsicheren und frechen Seite.

Das ging eigentlich die ganze Woche so weiter und ich schöpfte daraus etwas Hoffnung da er ja doch noch irgendwie auftaut, auch wenn er dann etwas aus der Reihe tanzt. Ja und als er dann am vergangen Freitag erfolgreich mit den anderen Kindern zusammen Mittag gegessen hat, dachte ich wie wären schon ein klein wenig über dem Berg.

Naja, es kommt immer anders als man denkt….

Heute war nun wieder ich dran und wir waren pünktlich im Kindergarten erschienen. Der Mini klammerte eigentlich von der ersten Sekunde an so sehr an mir, das hatte ich noch nie so erlebt. Er klammert ja sonst gar nicht an mir und deshalb war für mich auch sofort klar, dass die Umstellung für ihn eine scheinbar sehr große Sache ist. Mir blutete sofort mein Mutterherz und ich habe aus dem Bauch heraus entschieden, dabei zu bleiben. Ich hatte sofort gespürt das wir ihn noch etwas begleiten müssen. Er hat so sehr an mir geklammert, war zutiefst traurig und total unsicher. Immer wenn er etwas gesagt hat, hat er es ganz leise gesagt und klang dabei einfach nur verletzt. 

Ich kenne mein Kind so nicht, überhaupt nicht. Das er nicht gleich von Anfang an gern in die Kita geht und sicher traurig ist und weint, war mir ja klar aber das? Er ist wie schon gesagt irgendwie wesensverändert und ich kann mir eigentlich nicht so recht erklären wieso.

Ich bin also dabei geblieben, weil es einfach noch nicht ging. Er hat bis jetzt noch absolut keinen Gefallen an der Kita oder den anderen Kindern gefunden ich habe das Gefühl, dass das auch nicht so kommen wird. Er fühlt sich absolut nicht wohl und ich bin verzweifelt…

Die ganze Zeit die ich mit dort geblieben bin, wich er mir nicht von der Seite. Er wollte ja nicht mal mit mir zusammen in den Sandkasten oder auf die Schaukel gehen. Er wollte einfach nichts machen, bei mir stehen bleiben und verharrte die ganze Zeit dabei mit einem unendlich traurigem und ängstlichem Blick. Ich kenne diesen Blick fast gar nicht vom Mini. Es ist schon sehr sehr selten das er sich so fühlt.

Es ging damit weiter, dass er wieder mit den anderen Kindern zusammen essen sollte, vielleicht würde er ja dadurch etwas Anschluss finden. Ja und als es dann los ging mit dem Mittagessen, drehte er völlig durch. Er hat vor Wut sein Essen über den Tisch verteilt und sich plötzlich von seiner schlechtesten Seite gezeigt. Ich bin die ganze Zeit dabei geblieben und erstmal geschockt gewesen von meinem Kind. Da er völlig aus der Reihe tanzte und seine Wut immer größer wurde, beschloss ich mit ihm zu gehen. Ab da an wurde es nur noch schlimmer. Am Auto hat er dann schließlich einen filmreifen Trotzanfall hingelegt. Ich kenne mein Kind ja auch als willensstark und dickköpfig aber dieser Trotzanfall war derart hart, sodass ich eigentlich still und heimlich in Tränen ausbrach. Irgendwann zu Hause angekommen hatte er sich zwar wieder beruhigt, verweigerte dann aber jegliches Essen und ging freiwillig gleich ins Bett…

Nun sitze ich hier, schreibe meine Gedanken auf und frage mich was da gerade mit unserem Kind passiert!

Haben wir ihn zu schnell ins kalte Wasser geschmissen, sodass er jetzt einfach verletzt und enttäuscht ist? Ist die Kita vielleicht die falsche und wir haben einen groben Fehler begangen? Was sollen wir jetzt machen? Unser Kind lehnt den Kindergarten schlicht und ergreifend ab. Und wieso benimmt er sich so und springt von einem Extrem ins andere? Ich versteh gerade die Welt und mein eigenes Kind nicht mehr…

Beruflich bekommen wir das zwar hin, sodass die Eingewöhnung auch noch etwas länger dauern darf aber das bringt uns ja nicht weiter….Ich bin gerade sehr verzweifelt, könnte einfach nur heulen und würde den Mini am liebsten wieder zu unserer Tagesmutter schicken…

  8 comments for “Der Mini und die Kita…

  1. 24. August 2015 at 15:30

    Das mag jetzt hart klingen, aber die Entscheidung, bei Deinem Kind zu bleiben war das verkehrteste was Du machen konntest. Do ist er immer der Meinung, daß er mit dem Verhalten seinen Kopf durchsetzen kann. Ich habe die Eingewöhnung für unsere beiden Jungs mitgemacht und kann aus Erfahrung sagen, sobald man aus der Sichtweite des Kindes ist, ändert sich das Verhalten schlagartig. Ich hätte den Großen damals am liebsten wieder mitgenommen und saß minutenlang noch mit Tränen in den Augen im Auto.
    Allerdings „lohnt“ es sich an dieser Stelle hart zu bleiben. Eine Erzieherin, die zufällig auch noch meine Schwiegermutter ist, hat mir mal gesagt, am schlimmsten ist die Eingewöhnung für die Eltern, weil sie sich Dinge einreden, die so gar nicht vorhanden sind.
    Natürlich hängt das alles auch von der Einrichtung ab, aber wenn die soo schlecht wäre, hättet Ihr die ja bestimmt nicht ausgesucht, oder?

    • 24. August 2015 at 18:45

      Hallo Mattes, danke für dein schnellen Kommentar und deinen Rat. So hatte ich mir das ja eigentlich auch vorgestellt. Ich dachte er würde 10 Minuten Weinen und hätte mich dann vergessen und würde sich über die anderen Kinder und das Spielzeug hermachen. Ja dem ist aber leider nicht so. Ich bin ja nun dabei geblieben und bin lediglich mal eben zur Toilette gegangen. Das habe ich dann auf eine halbe Stunde ausgedehnt und konnte vom Eingangsbereich aus beobachten wie er sich gerade verhält ohne das er mich sehen würde. Ja er sitzt dann wirklich die ganze Zeit total zusammen gekauert und traurig da und lässt sich wirklich von Nichts und Niemandem ablenken. Er machte das wirklich so lange bis ich wieder in Sicht war. Beim Papa letzte Woche war es auch nicht besser. Er hatte wirklich eine Stunde durch geweint und es sah auch nicht danach aus das sich das ändern würde. Naja, lange Rede, kurzer Sinn, er lässt sich nicht ablenken oder beeindrucken und dadurch wird es natürlich noch schwerer….

  2. 24. August 2015 at 18:55

    Verstehe ich das richtig, dass die Eingewöhnung an Anfang an mit Trennung ist? Bei uns in der KiTa wurde eine Bezugskindergärtnerin für die Tochter „bestimmt“ und zu ihr erstmal in Begleitung ein Vertrauen aufgebaut. Und dann die Trennung langsam eingeleitet. Hätte man festgestellt, dass die Trennung zu schnell erfolgt, hätte man einen Gang zurück geschalten. Ich hielt das Konzept für richtig und gut. Dem Kind die Zeit geben, die es braucht. Nach 3 Wochen war unsere Kleine eingewöhnt und ging ½-tags in die KiTa. Andere Kinder brauchen auch mal länger. Die KiTa stellt sich darauf eben ein.

    Gibt es bei Euch nicht vielleicht auch eine KiTa mit „Berliner Eingewöhnungsmodel“? Vielleicht wäre das für Euren Mini eher passend? Wenn die Eingewöhnung mit dem Papa besser klappt, kann vielleicht auch der Papa übernehmen?

    Und: was sagen denn die Erzieher/innen dazu? Wie schätzen die die Lage ein? Was raten diese? Das fehlt in Deinem Artikel – es wirkt ganz so, als gäbe es von denen gar kein Feedback. Was ich eher bedenklich fände.

    • 24. August 2015 at 19:26

      Hallo Alex, so hätte ich mir das auch gewünscht. Eine Bezugsperson für ihn die ihn auch mal an der ,,Hand,, nimmt und ein Vertrauen aufbaut. Ja leider gehen die Erzieherinnen in Schichten und schon allein deswegen ist das wohl etwas schwierig. Feedback bekommen wir zwar, jedoch wird das eher allgemein gehalten. Uns wird halt gesagt das jedes Kind anders ist und jedes Kind anders damit umgeht. Viel mehr Info gibt es halt nicht. Es wurde halt vom zweiten Tag an mit Trennung versucht und jetzt bin ich eher die, die der Meinung ist einen Gang runter zu schalten weil ich gerade sehe das es unserem Sohn doch zu schnell geht. Es ist halt eine sehr große Kita mit fast schon 70 Kindern im Alter bis 3 Jahre. Wir waren sehr froh den Platz bekommen zu haben denn einen Platz hier zu kriegen ist sehr schwer…

      • 25. August 2015 at 9:47

        Das hört sich leider alles gar nicht so positiv an. Find ich sehr schade, dass das Model der Eingewöhnung so ganz anders ist. Und vor allem, dass Euch auch keine der Erzieherinnen mit Euch über die Bedürfnisse EURES Kindes redet – nicht nur allgemeine Phrasen. Da wünscht man sich schon, dass die Leute, die die Ahnung haben sollten, auf die Bedürfnisse des eigenen Kindes eingehen und einen Plan mit Euch besprechen, wie das jetzt weitergehen kann. Es soll ja Euch und dem Kind gut mit der Entscheidung gehen, es in den Kindergarten zu schicken.

        Ich denke, Dein Gefühl ist genau richtig. Wenn die Erzieher das nicht von selbst machen und das für Dich machbar ist, schalte einen Gang ‚runter. Geht es langsam an. Gib ihm die Sicherheit und Geborgenheit, die er jetzt gerade offensichtlich braucht. Und steigere das Verlangte in kleinen Dosen.

        Ich hoffe, dass die Eingewöhnung noch eine gute Wendung nimmt! Ich wünsche es Euch auf jeden Fall.

        • 25. August 2015 at 18:38

          Hallo Alex, ja ich wollte es nun etwas langsamer angehen und würde mir auf jeden Fall die Zeit auch dafür nehmen. Ja laut den Erzieherinnen sollen wir einfach gehen und ihn einfach kurz weinen lassen. Ob es bei dem kurz Weinen bleibt das werde ich morgen wieder sehen. Es ist halt ein großer Unterschied zu unserer Tagesmutter und es fehlt auf jeden Fall etwas. Ich bin auch sehr überrascht von den Eingewöhnungsmethoden und habe aber auch zwischenzeitlich von anderen Müttern gehört, dass es dort genauso gemacht wird. Die Kinder werden halt ins kalte Wasser geschmissen und wenn man als Eltern doch lieber etwas mehr begleiten will, dann verwöhnt man sein Kind… sehr fragwürdig für mich….

  3. Nicole
    24. August 2015 at 22:02

    Hallo…. ich glaube dein Bauchgefühl ist genau richtig !! Ihn alleine dort zulassen ist wohl etwas verfrüht. Ohne eine Bezugsperson die ihn integriert bzw. ablenkt wird es wohl noch länger dauern. In unserem ersten Kindergarten ging nichts, Unser Kind hat geschrien und ich durfte mir anhören ihn verhätschelt zuhaben. Ich solle einfach gehen. Daraufhin haben wir die Kita gewechselt. ….. die Erzieherin hat ihn lieb an die Hand genommen und beschäftigt. … und dann ging es fast ohne Tränen…. Gib ihm die Zeit die er braucht

    • 25. August 2015 at 18:34

      Hallo Nicole, ja so hätte ich mir das auch gewünscht. Ich habe das Gefühl das in vielen Kitas sehr kühl und anonym zugeht. Dazu kommt halt das unser Sohn über ein Jahr bei einer sehr liebevollen Tagesmutter war und halt sehr viel Herzlichkeit gewohnt ist. Laut meines Gatten lief es heute schon etwas Besser und ich schöpfe neue Hoffnung. Wir werden sehen wie es sich entwickelt. Liebe Grüße

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