Die Einsamkeit des Bloggens…

Rückblick: Es ist ein typischer Montagmorgen und ich mache mir gerade den dritten Kaffee. Ein bisschen Haushalt habe ich im Vorbeigehen schon geschafft und mehr will ich davon auch gar nicht sehen oder wissen, denn ich muss endlich anfangen. Der Kaffee ist durch und ich setzte mich an den Schreibtisch. Der Laptop wird aufgeklappt und ich überlege was ich denn heute alles erledigen wollte. Während ich so da sitze muss ich tief Luft holen und seufze umso stärker, denn mir wird gerade klar das dies wieder ein stiller Tag am Laptop wird. Ein stiller Tag an dem man mit seinen Gedanken für sich ist und hauptsächlich damit beschäftigt ist den Mund zu halten. Egal, ich denke nicht länger darüber nach und mache einfach das was ich am liebsten tue, in die Tasten hauen…

 

Im Home Office zu arbeiten ist sicher ein Traum von vielen. Es gibt mittlerweile sehr viele Möglichkeiten dies umzusetzen und in den eigenen 4 Wänden sein Geld zu verdienen. Wir Blogger machen das ja auch, nur ist es manchmal nicht immer nur schön und cool so einen Blog zu führen. Aber nicht nur als Blogger kann man ungewohnte Wege gehen. Es gibt mittlerweile immer mehr Mütter die sich nach einer Elternzeit selbstständig machen weil es der Familie zu Gute kommt, wenn ein Elternteil schnell abrufbar ist. Es winken also viele Vorteile die das eigene kleine Büro so mit sich bringt.

Bloggen als Beruf

Man kann sich zum einen die Zeit frei einteilen, erstmal. Das ist dann natürlich für eine Mom um so verlockender. Man muss sich nicht beim Arbeitgeber entschuldigen, sobald das Kind mal krank ist. Man verschiebt dann einfach seine Aufgaben um ein paar Tage und hat so genug Zeit für den Nachwuchs. Man kann aber auch, wenn man das möchte, seine Arbeitszeit verschieben auf den Abend oder eine andere Tageszeit in der das Kind schläft. Die Arbeitszeit teilt man sich also selbst so ein wie es einem am besten in den Alltag passt. Man hat also eine wirklich flexible Arbeitszeitgestaltung welche natürlich auch viel spontanere Urlaube ermöglicht. Die eigene Urlaubsplanung muss nicht mit den Kollegen und dem Chef abgestimmt werden. Man macht ihn einfach, den wohlverdienten Urlaub. Ein weitere Vorteil ist, und das ist wahrscheinlich der springendste Punkt für viele, man ist sein eigener Chef. Man kann selbst bestimmen was und wie gemacht wird und setzt dies nach den eigenen Vorstellungen um. Eigentlich ziemlich cool. Nur mit der Zeit erkennt man, dass es eben nicht immer so einfach ist.

Ich denke jeder Job bedeutet harte Arbeit und jede Selbstständigkeit ist nicht nur mit Zuckerschlecken verbunden. Alles hat Vor- und Nachteile und jeder Mensch ist anders. Nur eines macht uns über kurz oder lang alle gleich verrückt, die Einsamkeit! Sobald man in einem Job tätig ist in dem man hauptsächlich mit sich selbst und mit dem Laptop arbeitet, bedeutet dies, dass man nicht viele tägliche soziale Kontakte hat. Über einen längeren Zeitraum macht dies ja dann doch sehr einsam und frustriert sogar.

Ich bin mittlerweile wieder in meinem alten Beruf tätig. Eigentlich sind es jetzt schon wieder viele Monate die ich im alten Job verbringe. Diese Entscheidung hatte viele Gründe, gute Gründe sogar. Klar ich möchte weiterhin diesen Blog hegen und pflegen aber ich wollte mich selbst nicht mehr so unter Druck setzen. Denn genau das entsteht, wenn man auf seine Selbstständigkeit angewiesen ist. Es entsteht Druck der einem nach und nach die Nerven raubt. Zumindest war dies bei mir so. Man muss dazu sagen, dass ich mich zu diesem Zeitpunkt ja noch sehr in der Anfangsphase befand. Ich denke, je länger man in seiner Selbstständigkeit unterwegs ist, desto routinierter und gelassener wird man. Ich hoffe das es so ist, denn wer weiß schon was die Zeit bringt und vielleicht springe auch ich wieder voll in meine eigene Sache.

Mein Kopf war einfach nicht mehr frei genug für neue Ideen. Ich saß jeden morgen vor dem Laptop und setzte mich selbst unter einen enormen Druck. Dazu bin ich ein sehr ungeduldiger Mensch und diese Mischung machte mich irgendwann verrückt. Die eigene Isolation, auch ein Thema über das ich sehr viel Nachdachte. Ich bin ein Mensch der sich schnell allein fühlt und hin und wieder doch jemanden zum Quatschen braucht. Soziale Kontakte eben! Man hat sie nun mal viel in den meisten Berufen, sie gehören eben dazu. Klar hat man online auch viele Freunde, Bekannte und auch wichtige Kontakte. Eine Mail ist aber für mich nicht das selbe wie ein Gespräch zu einem heißen Kaffee. Ich muss in die Augen sehen können und die Emotionen spüren können. Das gehört für mich zu einem ausgelassenem sozialen Zuspruch. Ich merkte das mir nach und nach die vielen Sozialen Kontakte fehlten. In meinem erlernten Beruf behandele ich selbstständig mehrere Patienten am Tag und habe so natürlich viel Abwechslung und Personen-Kontakt. Am Abend komme ich meist nach Hause und rede dann auch gar nicht mehr so viel. Sprach-Kontingent aufgebraucht! Das ist zwar sehr anstrengend aber auch wahnsinnig interessant. Genau das fehlte mir, denn man verbringt als Blogger ja doch sehr viel Zeit allein am Schreibtisch. Selbstgespräche halfen da auch nicht. Man hat zwar mehr Zeit um mal eben die Freundin auf einen Kaffee einzuladen, nur sind diese ja meist auch den ganzen Tag arbeiten und so wurde daraus auch nur sehr selten etwas. Ich denke für viele mag das kein Problem sein, ich jedoch ging  ein wie eine Primel.

  Quelle: http://kaiserkraft.ch

Auch die Eigenverantwortung in Sachen Geld verdienen ist so eine Sache die man erstmal wuppen muss. Man bekommt zwar genügend Angebote nur muss man auch alles kalkulieren können und am Ende ja auch mit den Verdienst auskommen. Man weiß nie was der nächste Monat bringt und hat so nur sehr wenig Sicherheit was das Finanzielle betrifft. Diese Unsicherheit ließ mich so manche Nacht nicht schlafen. Man verhungert zwar nicht, aber möchte ja auch genauestens Bescheid wissen wann das Konto wieder gefüllt wird. Vielleicht bin ich für diese Tatsache ein zu verkrampfter Mensch der seine Sicherheiten braucht. Vielleicht muss ich mich da einfach etwas lockerer machen und selbstbewusster werden. Vielleicht…

Die Eigenmotivation spielt natürlich auch eine sehr große Rolle. Es ist einfach um einiges schwieriger sich selbst zu motivieren, wenn man doch schon mit dem Laptop auf der bequemen Couch sitzt. Man muss sich im Griff haben und für die eigene Sich brennen, ansonsten wird das wohl nichts.

Bloggen als Beruf

Im Endeffekt war es aber der Druck den ich mir machte und welcher mich letztendlich dazu bewog ein paar Stunden in meinem alten Job wieder zu arbeiten. Ich habe dadurch den Kopf einfach freier und fühle mich sicherer. Ich hab aber auch den Job vermisst und möchte auch gar nicht ganz  auf ihn verzichten. Er ist etwas komplett anderes als das was ich gerade jetzt in diesem Moment mache und vielleicht gerade deswegen ein perfekter Ausgleich für mich. Zeit habe ich durch natürlich wieder sehr viel weniger. Ich gehe ein paar Tage die Woche arbeiten und mache es mir die anderen Tage gemütlich im Home Office. Es klappt, denn ich brenne für meine Sache und denke jeden Tag darüber nach. Ich mache mir viele Gedanken und habe immer wieder neue Ideen. Gerade wenn ich mitten in einer Behandlung an meinem Patienten stecke, kommen die besten Ideen. Umso besser! Es ist wohl der große Unterschied zwischen beiden Beschäftigungen der meine Inspirationen wieder voran treibt. Gerade deshalb liebe ich es so wie es jetzt gerade ist. Es ist zwar chaotisch und die Zeit ist wirklich knapp aber ich bin ausgeglichener als vorher. Ich kann wieder wie wild los-quatschen und habe den täglichen Trubel um mich herum den ich brauche um glücklich zu sein. Allein sein und mit sich selbst genügend Beschäftigung finden, ist nicht für jeden ganz leicht und für mich ist es besonders schwierig. Ich mag die Einsamkeit nicht und brauche ein gewisses Maß an sozialen Kontakten um nicht vor lauter Redebedarf zu platzen…

Für die einen ist das eigene Büro zu Hause wohl ein Traum, für die anderen aber auch eine Belastung. Was meint ihr? Ist die eigene Selbstständigkeit immer ein Segen oder bricht man unter der Last zusammen? Für mich macht es gerade die gesunde Mischung und ich bin sehr glücklich damit…

 

 

 

  1 comment for “Die Einsamkeit des Bloggens…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wenn du weiterlesen möchtest, akzeptiere bitte die süßen Kekse... mehr davon...

Dieser Blog läuft nur mit ausreichend Keksen! Wir lieben die doch alle oder? Die Einstellung dafür ist automatisch auf akzeptieren gesetzt.

Weg damit!