Familienbett ???

Ein Thema welches heiß diskutiert wird. Nicht jeder befürwortet es und ich bin auch einer der Gegner des Familienbettes. Warum ich es so doof finde und warum es vielleicht auch eine Erziehungssache ist…

Wir leben in einer Zeit in der wir unser Leben sehr stark auf unsere Kinder ausrichten. Stillen nach Bedarf, solange es geht das Kind tragen statt zu schieben und zu guter letzt das Familienbett. In den vergangenen Tagen konnte man zu diesem Thema sehr viele Meinungen lesen. Die einen sind dafür und die anderen sind eben nicht dafür. Und auch ich habe meinen Senf dazu abzugeben…

Leider ließt man dazu wieder mal nur sehr viele weibliche Meinungen und Stimmen. Ich finde wir fragen dabei viel zu wenig die Herren der Schöpfung. Wo ist denn plötzlich all die Emanzipation und die Vereinbarkeit hin, wenn dabei wieder nur die Stimmen der Mütter zählen. Wo sind denn all die aufopfernden Männer und Väter, die dazu doch bestimmt auch eine Meinung haben. Und da ja Vereinbarkeit und die damit verbundene gleichberechtigte Aufteilung der Erziehung sowieso so ein großes Thema ist, finde ich, dass die Väter dabei auch ein Mitspracherecht haben.

Ich frage mich auch immer was denn das Familienbett jetzt genau ist. Denn ich kenne es nicht und glaube auch nicht das es eine Glückssache ist, dass mein Sohn von Anfang an freiwillig in seinem Bett schläft. Ehrlich gesagt habe ich immer gedacht, dass es die Ausnahme sei und das es nur sehr wenige Eltern gibt die das Familienbett praktizieren. Nur leider habe ich in den vergangenen Tagen etwas anderes gelesen. Ich war erstmal sehr verwundert, das doch so viele Eltern sich das Bett mit den Kindern teilen. Ich hätte es wirklich nicht gedacht, das es mittlerweile ja als normal angesehen wird, wenn alle in einem Bett schlafen. Ich fühle mich ja jetzt fast wie einen Rabenmutter, weil mein Sohn in seinem Bett schlafen muss. Immer wenn mir von Freunden erzählt wurde, das es ein Familienbett bei ihnen gibt, habe ich das zu den besonderen Ausnahmen gezählt. Da habe mich wohl grob vertan!?

Daraufhin habe ich die letzten Tage sehr viel darüber nachgedacht..

Was ist das Familienbett denn jetzt genau?

Da gibt es ja die einen, die das Kind Nacht für Nacht irgendwann mit ins Elternbett nehmen, weil es nicht mehr im eigenen Bett einschlafen will oder kann. Das ist ja auch noch ganz ok. Und solange wir dabei auch nur dieses Modell des Familienbettes meinen, frage ich mich warum wir überhaupt diskutieren. Jedes Kind hat mal etwas. Entweder bekommt es Zähne, es hat einen Nachtschreck oder es ist krank. Dann ist es doch völlig ok sein Kind mit ins Elternbett zu nehmen. Es braucht halt Trost und Nähe…

Aber da gibt es ja noch die anderen, die täglich brav zusammen mit dem Kind nach dem Sandmann ins Bett gehen und dort auch bleiben, weil das Kind ohne Mama einfach nicht schlafen will.. Was ist los?

Nein danke, dann bleibe ich doch lieber von Anfang an konsequent und bringe es meinem Kind bei, allein in seinem Bett zu schlafen. Auch wenn es ein paar Nerven kostet…Bisher kenne ich persönlich nur ein paar Pärchen bei denen das so abläuft und muss wirklich sagen, dass ich das für mich und uns nicht befürworten kann. Ich gehe jetzt mal davon aus das man die zweite Variante mit “Familienbett” meint.

Was sagen wohl die Männer dazu?

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es unsere Männer so gut finden, wenn der Nachwuchs Nacht für Nacht den Liebestöter und den Platzkiller im gemeinsamen Elternbett spielt. Ehrlich gesagt habe ich auch bis jetzt keinen Mann getroffen oder gesprochen der das Familienbett befürworten würde. Im Gegenteil, in unserem Bekanntenkreis gibt es ja besagte Pärchen bei denen das so abläuft und immer finden es nur die Mütter in Ordnung. Die Väter aber finden es nervig und ätzend. Warum ist das wohl so ? Nun ja, ich denke unseren Männern gelingt es einfach besser auch noch Wert auf die eigenen Bedürfnisse zu legen.

Somit sehe ich es auch auf lange Sicht als potenziellen Beziehungskiller an, wenn Kinder sogar im Schlafzimmer den Ton angeben. Ich meine, bei aller Familienliebe ist man doch trotzdem noch ein Paar und sollte das auch pflegen. Wer will denn schon nach Jahren des Familienlebens plötzlich vor den Scherben der Beziehung stehen und feststellen müssen, das man sich als Paar ganz vergessen hat. Ich will damit nicht sagen, dass sich eine Beziehung nur über das Liebesleben definiert aber unwichtig ist das eben auch nicht.

Aber nicht nur das, ich finde auch das ein Mann sich schrecklich fühlen muss, wenn er Nacht für Nacht aus dem gemeinsamen Bett ausziehen muss um Platz zu schaffen für die Kids und sich dann auch noch in das viel zu kleine Prinzessinnenbett herein quälen muss um wenigstens etwas Schlaf zu bekommen. Das ist ja fast als würde man das Kind auf dem Beifahrersitz platzieren, während das Familien-Oberhaut im Auto hinten hinter den WinniePuh-Blenden sitzen muss… Aber in den meisten Fällen haben ja sogar 4 Personen in einem 2-Meter-Bett Platz und keiner der beiden Elternteile muss ausziehen. Familienbett um jeden Preis, auch wenn das heißt sich eine bescheuerte Riesenmatratze ins Schlafzimmer zu legen?

Weil es nur im Schlafzimmer geht…

Klar kann man jetzt sagen das es ja noch viele andere Möglichkeiten gibt die Beziehung und das dazu gehörige Liebesleben zu pflegen. Ja aber wann denn Bitteschön? Zwischendurch auf der Küchenzeile während das Kind im Zimmer spielt? Wohl kaum! Das ging vielleicht bevor Kinder da waren aber sobald Nachwuchs da ist, geht das meiner Meinung nach nicht mehr. Die Kinder sind eben präsent von morgens bis abends und somit ist auch für die Eltern keine Zeit zu zweit außer eben, wenn die Kinder in ihren eigenen Betten schlafen. Oder aber der Nachwuchs schläft im Elternbett auch allein ohne Mamas Hand halten zu müssen. Dann kann es ja auch in seinem eigenen Bett schlafen oder stelle ich mir das jetzt zu einfach vor?

Ich finde es wichtig, sich auch mal Zeit nur zu zweit frei zu schaufeln. Sei es um nur mal in Ruhe zu quatschen oder mal für sich allein zu entspannen. Mir persönlich ist meine Mami-freie Zeit am Abend sehr wichtig. Ich will auch mal abschalten, vielleicht in meinem Buch lesen oder sonst irgendwas.

Freie Zeit, das muss nicht nur Abends oder in der Nacht sein. Man kann ja auch mal ein Wochenende nur für sich haben. Wie soll das aber bitte gehen, wenn der Nachwuchs nur im elterlichen Bett einschläft und dadurch auch nicht bei den Großeltern schlafen würde? Ich nehme also mal stark an, dass Familienbett-Kinder nie bei den Großeltern übernachten. Auch eine Sache die ich eigentlich nur kaum kenne.

Ich kann es mir gar nicht vorstellen 24/7 immer nur für mein Kind da zu sein ohne mal Zeit nur für mich zu haben. Irgendwann ist einfach der Akku leer und der muss aufgeladen werden, zum Beispiel durch eine ordentliche Portion Schlaf auf meinen eigenen 90 cm…

Vielleicht ist es eine Erziehungssache!

Männer hin oder her, Liebesleben hin oder her, ich glaube fast daran das es eine Erziehungssache ist. Unser Sohn hat von Anfang an in seinem Bett geschlafen. Die ersten 6 Monate stand sein Bett neben unserem, alleine wegen dem Stillen in der Nacht. Natürlich ist er auch die ersten Wochen immer wieder in der Nacht wach geworden. Ich habe ihn trotzdem nicht mit zu uns ins Bett genommen. Zum einen, weil ich es gefährlich finde, denn wer sich mit dem Thema Kindstod mal intensiv auseinander setzt weiß, dass die Gefahr im Elternbett sehr viel höher ist. Und zum anderen weil ich wollte das er sich an sein Bett gewöhnt. Ich habe ihn also immer wieder beruhigt, gestillt, eingepuckt und ihn immer wieder in sein Bettchen gelegt.

Wir blieben also hartnäckig und haben durchgehalten und das hat sich auch bezahlt gemacht. Wir schlafen selbst viel besser und ruhiger, wenn unser Kind nicht zwischen uns liegt und übertragen auch so keine Unruhe auf ihnMit etwa 4 Monaten hat er durchgeschlafen und mit 6 Monaten haben wir sein Bett in sein Zimmer gestellt. Von da an haben wir vielleicht 3 oder 4 Nächte gehabt in denen er mal für eine halbe Stunde mit zu uns ins Bett gekommen ist. Entweder wegen einem Nachtschreck oder weil er krank war. Er möchte sogar freiwillig dann immer wieder in sein Bett zurück. Er kennt es eben nicht anders und deshalb ist es auch für mich eine Erziehungssache. Klar haben wir beim Thema Schlafen ein sehr pflegeleichtes Kind aber das er so gut in seinem eigenen Bett schläft ist nicht nur Zufall oder Glückssache.

Mein Fazit

Die ersten Monate oder Jahre mag das zwar für Mama sehr schön sein, wenn das Kind neben ihr schläft. Nach einer gewissen Zeit wird es jedoch anstrengend und nervig und dann bekommt man das nicht mehr so schnell raus. So wurde es uns immer wieder von Bekannten und Freunden bestätigt und deshalb war es für uns auch so wichtig von Anfang an klare Regeln zu setzen. Wir haben zwar bis jetzt auf viel Nähe zu unserem Sohn verzichten müssen aber wir wissen auch die Vorteile zu schätzen. Er ist eben nicht gerade das anhänglichste Kind.

Klar sind wir liebende Eltern und opfern uns genauso für unseren Sohn auf wie andere Eltern, aber wir sind eben auch ein Paar und wollen das auch bleiben. Ich denke also es macht uns nicht zu schlechten Eltern nur weil wir das Familienbett nicht praktizieren. Und in der Nacht will ich auch mal meine Ruhe haben und zu meinem wohlverdienten Schlaf kommen…

 

Eure Nina

 

 

Bildquelle: http://pixabay.com/de/users/ranii-19980/

 

 

 

  18 comments for “Familienbett ???

  1. 12. Januar 2015 at 19:17

    Hallo Nina,
    schöner Artikel und ich kann dir da nur zustimmen. Ich stehe dem Kinderbett á la das Kind schläft immer bei den Eltern auch eher skeptisch gegenüber.

    Jedes Kind schläft mal im Bett der Eltern, weil es nicht alleine schlafen will, Krank ist oder oder oder… Ich glaube, das ist auch jedem klar und bei allen so.
    Aber eine Dauerlösung ist das für mich (bzw. uns) definitiv nicht. Im Normalfall schläft unser Kind in seinem Bett. Im übrigen haben wir gemerkt, dass unsere Lilli da auch ruhiger schläft und nicht von uns gestört wird.

    Jeder kann es ja handhaben, wie er möchte – für uns ein dauerhaftes „Familienbett“ jedoch nichts.

    Beste Grüße, Paul

    • 14. Januar 2015 at 10:39

      Hallo Paul, es freut mich sehr auch mal eine männliche Meinung dazu zu hören. Ich sehe das ganz genauso. Wenn das Kind mal krank ist oder ähnliches, dann finde ich das völlig ok. Aber als Eltern sich dieses Familienbett freiwillig aussuchen? Unser Sohn schläft in seinem Zimmer auch viel ruhiger und länger, für mich ein weiter Punkt für getrennte Betten zwischen Eltern und Kind. 🙂 Liebe Grüße Nina

  2. 13. Januar 2015 at 12:27

    Ich habe keine Kinder, aber ich erlaube mir trotzdem mal einen Kommentar. Das Bett dient für mich hauptsächlich zum Schlafen, einfach, weil ich die Energie am nächsten Tag brauche. Ich schlafe auch teilweise getrennt von meinem Partner, wenn ich unruhig bin und ich ihn durch mein Rumgewälze störe etc., oder ich noch lesen möchte, meine Partner aber schon schlafen will. Sehe das also eher unromantisch.
    Was Kinder angeht – für mich war das Elternbett in meiner Kindheit ein Zufluchtsort bei schlechten Träumen bzw. ein Highlight, am Sonntag mich mal zu den Eltern reinzukuscheln.

    • 14. Januar 2015 at 10:42

      liebe ZoSo, danke für deine Meinung. Ich sehe das auch so, ein Highlight und ein seltener Zufluchtsort kann das Elternbett ruhig sein. Und ich denke auch das jeder einen erholsamen Schlaf braucht. Hauptsache kuscheln aber dafür nicht richtig schlafen können wäre für mich keine Alternative. LG Nina

  3. 13. Januar 2015 at 12:31

    PS: Alle in einem Bett ist ja auch irgendwie ein Überbleibsel aus Zeiten, wo es auch nur ein Zimmer pro Familie gab … damals mussten die armen Leute das ja notgedrungen machen, schon allein, weil es so viel wärmer war (Heizungen gab’s ja nicht standardmäßig). Von daher, wenn man schon den Luxus von ausreichend Platz hat – warum diesen nicht genießen.

    • 14. Januar 2015 at 10:44

      Ich denke nicht das es noch aus alten Zeiten hängen geblieben ist. Ich denke einfach das es gerade mode ist, so wie super alternativ erziehen ja auch in mode ist und man sich gar nicht über die Folgen im klaren ist. Auch glaub e ich das manche einfach zu faul sind über Erziehung und Regeln nachzudenken und die dann auch anzuwenden. Deine Meinung finde ich super:-) Danke LG Nina

  4. 14. Januar 2015 at 13:46

    Hallo Nina,

    mir gefällt dein ehrlicher Beitrag sehr gut. Wir praktizieren auch kein Familienbett und der Mini hat auch von Beginn an alleine geschlafen. Die ersten Monate in seinem Stubenwagen und dann in seinem Bett. Er schläft grundsätzlich am besten, wenn er für sich ist. Alles andere lenkt ihn ab. Ich habe auch wie du Angst, dass er zwischen uns ersticken oder sonst was passieren könnte. So wie er nachts wühlt, könnte er glatt am Ende des Bettes herausfallen. Jedem das Seine sag ich immer. Für wen es passt, der soll das Familienbett praktizieren. Alle anderen haben aber auch das Recht, „nein“ zu sagen.

    LG Bine

    • 15. Januar 2015 at 13:40

      Liebe Bin, ja du hast Recht. Jeder soll so machen wie er denkt. Wir finden es jedenfalls auch nicht toll und kommen damit gut zurecht. Ich bin nur überrascht wie viele das mittlerweile praktizieren. LG Nina

  5. mamary
    15. Januar 2015 at 13:22

    Hallihallo ,

    Super Artikel.
    Familienbett geht gar nicht und ich gebe dir recht dass ea keine Glücksache ist wenn die mausi von Anfang an eigenen bett schlafen

    Wir haben das bett im eigenen Zimmer ab der zweiten Woche gemacht. Auch wenn ich zum stillen Rüber musste.
    Die drei Schritte waren es wert dasa wir inzwischen alle drei super erholsam schlafen und die puppi jeden tag ausgeschlafen und erholt die Welt entdecken kann.
    Unserer Beziehung bedeutet das eine ganze Menge.
    Wir sind nicht nur mama und papa sondern auch ein paar und ohme diese Gefühle zu pflegen würde es gar keine funktionierende Familie geben.

    Mary

    • 15. Januar 2015 at 13:43

      Liebe Mary, danke für deine Meinung, das bestärkt mich sehr. Ich habe schon an mir gezweifelt und mich fast als Außenseiter gefühlt, weil es jetzt ja sogar super angesagt ist ein Familienbett zu praktizieren. Ich bin also nicht allein mit meiner altmodischen aber sehr vernünftigen Meinung 😉 Ich sehe es auch so, dass zwischen Mama und Papa auch alles harmonieren muss damit die ganze Familie funktioniert. Es zählt eben nicht nur Mama und Kind, sondern auch der Papa und die Mama. LG Nina

  6. 15. Januar 2015 at 14:50

    Es freut mich sehr, dass Euer Kind so früh durchschlief und daher auch ganz einfach ausquartiert werden konnte.
    Das Durchschlafen in diesem frühen Alter ist jedoch nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme. Der Magen ist einfach noch nicht gross genug, um eine notwendige Menge Milch aufzunehmen. Einige Kinder stören sich weniger daran, die meisten aber werden nachts wach.
    Da in der Regel die Mutter für die Versorgung des Kindes zuständig ist (sei es jetzt MuMi oder Kunstmilch) ist sie auch diejenige, die das Kind aus rein praktischen Gründen näher an sich dran haben will.
    Auch später ist sie oft diejenige, die nachts aufsteht um zu trösten, Schmerzen zu lindern oder einfach nur Nähe zu geben – der Vater ist in der Regel derjenige, der aufgrund des Broterwerbs liegen bleibt.
    Ganz davon abgesehen, dass es auch einfach viele Kinder gibt,,die nachts so einige Sachen psychisch verarbeiten müssen.
    Für mich sind daher immer die Eltern mit den frühen Durchschlafkindern die Ausnahme und ein Kind im Elternbett etwas ganz normales, auch wenn es mich um meinen Nachtruhe bringt und ich am liebsten alleine schlafe.

    Um das Paar zu bleiben, was ich vor der Geburt des Kindes war, hätte ich eben jenes nicht bekommen dürfen. Mein Fokus li3gt mit kleinen Kindern eben auf der Zeit als Familie – spätestens mit 4 oder 5 Jahren werden die Nächte so ruhig sein, dass ich diesen kleinen Mensch neben mir bestimmt ab und zu vermissen werde.

    • 16. Januar 2015 at 12:57

      Hallo liebe FrLNullZwo, danke für dein Feedback. Ich muss auch dazu sagen, ich komme ja aus Halle/Saale und hier in unserer Region ist es nicht normal das ein Familienbett praktiziert wird. Man wird eher schief angeschaut wenn man das erzählt. Ich glaube das liegt wohl noch an unseren Eltern, der DDR-Generation, die sowas eben auch heute noch als ein Erziehungs-Versagen ansehen. Wie auch immer, für mich gibt es kein entweder-oder. Wir sind zwar eine Familie aber trotzdem auch jetzt ein Paar und nicht erst wieder in 4 bis 5 Jahren. Jeder muss seinen Weg finden, denn jede Familie und jedes Kind ist anders.

  7. 16. Januar 2015 at 15:22

    Oh, ein Paar bin ich jetzt auch mit meinem LG – würden wir mit allem was dazu gehört 4-5 Jahre warten, hätten ich meine 3 Kinder niemals innerhalb von 5 Jahren bekommen können 😉 Es ist eben nur eine andere Paarbeziehung als ohne Kinder.
    Und jedes Kind ist anders, jede Familie auch – vor allem bei dem, worauf Wert gelegt wird. Bei den einen ist es ungestörte Nachtruhe, bei den anderen das Familienbett. Die einen leben eher bedürfnisorientiert, die anderen eher mit Regeln, Hartnäckigkeit und Durchhaltevermögen.
    Aber eine „Erziehungssache“ wird es für mich persönlich nie sein.

  8. Julia
    18. Januar 2015 at 20:16

    Hallo Nina, ich finde es interessant, dass Du denkst, dass es keine Glückssache war, mit dem guten Schlaf Eures Kindes…. 🙂 Ich denke, wie unsere Kinder schlafen, wenn sie schlafen, ist phasenabhängig anders bzw. Veranlagung/Glück. Das denke ich aus dem Grund, weil ich auch ein (nicht nur eins) befreundetes Paar kenne, die supercool und lässig sind, und ein Kind haben, das in den ersten 6 Monaten NIE länger als 1 Stunden geschlafen hat…und weiterhin ein sehr fordernden Charakter hat..die sind auf dem Zahnfleisch gegangen.
    Ich glaube, wie man mit Kindern schläft ist etwas sehr individuelles und hängt auch von den eigenen Schlafgewohnheiten ab. Mein Mann und ich haben beide das Glück, meist sehr schnell einzuschlafen und auch wenig gestört zu werden von 1-2 Kindern um uns herum. Natürlich hilft dabei unser wunderschönes 2×2 m Bett. Unser Großer schläft in seinem eigenen Bett, am Fuße unseres Bettes und wird, wenn er manchmal wach wird gegen 4-5 Uhr und es möchte, kurz rübergehoben und alle schlafen weiter. Er ist bald 3 Jahre alt und wird nun in sein eigenes Zimmer ziehen.
    Unsere Kleine 10 Monate alt, zieht dann in sein altes Bett. Noch schläft sie im Beistellbett. Keins der Kinder mehr in unserem Zimmer zu haben kann ich mir noch gar nicht vorstellen und finde es sehr gemütlich so. Unser Liebesleben findet trotzdem statt – akustisch gedämpft natürlich 😉 aber die Kinder schlafen auch mal. Gleichzeitig. :-)))
    Die Mutmaßungen dass man deswegen kein Paar mehr ist, finde ich sehr amüsant irgendwie..
    Viele Grüße, Julia

  9. Michael
    24. Januar 2015 at 9:03

    Danke! Einer der ersten Texte zu diesem Thema, der mich als Mann und Vater mal positiv berührt hat. Das Internet ist in meiner Wahrnehmung ansonsten voll von egozentrischen Mamis, die folgende Reihenfolge kennen: 1. Kind, 2. Mama, 3. Papa. Klar, dass diese Mamas Familienbett dann richtig klasse finden. Und immer das blöde Abwertungs-Argument a la ‚Ihr könnt ja auch in der Küche S*x haben‘. Darum geht es doch gar nicht. Es geht um Zweisamkeit und Zeit für sich als Paar. Was da in Foren von diesen Über-Helikopter-Mamis geschrieben wird, das zieht mir echt die Schuhe: ‚Ist Dir Dein Kind schon überdrüssig?‘ und ähnliches. Ganz ehrlich, Kinder haben in unserem Kulturkreis seit Jahrhunderten im eigenen Bett geschlafen, wenn es irgendwie bezahlbar war, und ich glaube kaum, dass Kinder früher gestörter waren als Kinder heute, eher anders herum, wenn man Erziehern und Lehrern zuhört. Und dann irgendwelche Naturvölker als Beispiel heranzuziehen, wie es oft gemacht wird, ist wirklich der Gipfel. Ganz ehrlich? Da haben die Männer mehrere Frauen gleichzeitig, falls sie überhaupt in einer festen Partnerschaft sind. In diesem Sinne: Familienbett, nein danke. Wir haben das Gegenteil nicht einen Tag bereut.

  10. Maja
    9. März 2015 at 15:02

    Danke für den Beitrag. Ich finde es erschreckend, wie manche Mütter ihr Leben nach der Geburt einfach an den Nagel hängen und nur noch um das Kind kreisen. Die armen Männer, die auf Sofas und Matrazen oder eingepfercht zwischen wehrigen Babys und wachen Müttern schlafen müssen, wenn dies denn überhaupt möglich ist. Manchmal glaube ich, dass es eher die Mütter sind, die diese Nähe brauchen und weniger die Babys. Klar, darf unser Kind, wenn es krank ist oder nachts schreit, kurz zur Beruhigung mit ins Bett. Klar kuscheln wir morgens oft noch alle gemeinsam im Bett, bis wir aufstehen. Doch dauerhaft hat ein Kind nichts im Elternbett zu suchen. Wir hatten unser Kleine erst sechs Monate lang im Beistellbett und dann haben wir alle gemerkt, dass es Zeit fürs eigene Zimmer und Bettchen war, obwohl ich im Vorfeld eigentlich die Kleine ein ganzes Jahr im Zimmer haben wollte. Doch sie war nachts so unruhig und wir haben uns alle ständig gegenseitig wach gemacht, dass sie es irgendwann fast schon selbst eingefordert hat. Es kam ganz von selbst und war nicht geplant. Danach haben wir alle viel besser geschlafen. Die Tür ist immer offen und sie weiß, dass wir da sind. Sie schläft seither viel häufiger durch. Was die Beziehung angeht, sehe ich das Schlafzimmer nicht unbedingt als den essentiellen Ort für Zärtlichkeit und Sex. Es gibt ja auch Sofas, flauschige Teppiche etc….

    • 10. März 2015 at 10:53

      Hallo liebe Maja, ich sehe das auch so. Unser Sohn hat auch viel ruhiger im eigenen Zimmer geschlafen, wohl auch weil der Papa oft lautstark schnarcht 🙂 Mittlerweile sucht er die Nähe und kommt oft am frühen morgen für ein Stündchen noch in unser Bett und das finde ich auch vollkommen in Ordnung. Ich kann nicht sagen das unserem Sohn irgendetwas fehlt oder das er zu wenig Liebe bekommt nur weil er in seinem eigenem Kettchen und Zimmer schläft. LG Nina

  11. Ellen
    24. September 2015 at 12:34

    Hallo Nina ,ich bekomme es auch immer mehr mit das die meisten Kinder im Bett der Eltern schlafen und es heißt anders wäre es ein wegstoßen von seinem eigenem Kind?! Häää,also wenn mein Kind ins Bettchen kuscheln will ,dann nur zu oder wenn ich mich mit ins Kinderbett legen soll ,auch kein Problem aber letzendlich schläft es allein im Bett mit seinen Plüschtieren…..außer er ist Krank dann will er auch nicht von meiner Seite weg .Also denke ich es ist eine Ansichtssache und es gibt genügend die dies genauso machen ,ohne dass sie ihr kind vernachlässigen….ab einem bestimmten Alter sollten sie auch meiner Meinung allein schlafen ….

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