Mein Sohn, der trotzig sein darf !

Mama on the rocks hat zur Blogparade,  zum Thema trotziges Kind, aufgerufen und ich möchte gern einmal mitmachen. Dies ist dann wohl die erste Blogparade an der ich teilnehme. Ich hoffe ich komme nicht zu spät mit meinem Artikel…

Nehmen wir es doch leicht..

Wir sind generell keine Menschen die ewig über ein Problem jammern oder sich beklagen. Wir gehen die Probleme an und suchen nach Lösungen. Ja , wir versuchen immer das Beste daraus zu machen. Schadensbegrenzung sozusagen… Aber ich möchte auch mal etwas dazu schreiben.
Ein Problem oder sagen wir besser, eine schwierige Phase lässt sich doch erst richtig verstehen wenn man sich fragt warum das gerade so ist. Ich denke nicht das unsere Kinder alle durch die Bank weg von allein anfangen mit Trotzen oder das gar mit böser Absicht machen. Versetzen wir uns doch mal in unsere Kinder. Mein Sohn ist gerade mal 14 Monate alt und ist jetzt schon  in dieser Phase, und das nicht ohne Grund wie ich vor ein paar Tagen erfahren habe. Er ist ein Stier durch und durch und hat da wohl viel von seiner Mama abbekommen. Ich war als Kind echt nicht einfach und eine Zicke wie sie im Buche steht. Mein Sohn ist nun seit etwa 2 Monaten der Meinung das er einen Wutanfall bekommt, sobald er nicht seinen Willen bekommt oder ihn etwas stört. Auch hat er absolut keine Lust auf  Wickeln, Anziehen oder an der Hand bleiben, wenn wir draußen spazieren sind. Ich gebe zu, es ist nicht einfach und vor allem ist es nicht einfach noch ordentlich genug durch zu atmen, wenn er uns erstmal hat mit seiner Zickigkeit. Klar ist es anstrengend und auch nervenaufreibend. Aber überlegen wir doch mal wie viel  Prozent des Tages tatsächlich so anstrengend sind. Ich erinnere mich dann lieber an das Positive zurück und konzentriere mich darauf.
Nun, mein Sohn ist  noch nicht sehr weit in dieser Trotzphase, aber ich bin mir sicher, er ist in dieser Phase. Auch wenn es erst der Anfang ist, von einer langen nervenaufreibenden Zeit. Ich blicke auf das bisher noch kurze Leben meines Kindes zurück und erkenne wie viel er in den letzen Monaten und seit dem er auf der Welt ist, alles schon lernen musste. Es ist enorm was doch die Kleinsten schon alles in solch einer kurzen Zeit lernen und begreifen müssen. Wie geht es uns Erwachsenen denn, wenn wir große Veränderungen durchmachen ? Und wie geht es einem Kind ? Ganz ehrlich ? Ich wär da auch bockig, gereizt und würde Wutanfälle bekommen. Kein Kind macht das mit Absicht, da bin ich mir sicher. Ein bisschen mehr Verständnis ist meiner Meinung  nach der Schlüssel für mehr Gelassenheit in dieser Zeit. Auch müssen wir Eltern damit aufhören uns immer Gedanken darüber zu machen, was wohl andere über uns denken. Ist einem etwa das eigene Kind peinlich, wenn es vor Freunden oder in der Öffentlichkeit einen Trotzanfall bekommt ? Leider ja, da muss auch ich noch lernen, cooler zu bleiben, denn dann kann man in solch einem Moment viel konsequenter und durchdachter reagieren.
Unser Sohn macht uns also immer öfter klar, dass er gerade eben nicht das gleiche im Sinn hat wie wir und versucht sich durchzusetzen. Ich hab da eine simple Methode, um den Wutanfällen so wenig wie möglich Aufmerksamkeit und Bedeutung zu geben. Wenn er sich auf den Boden schmeißt und versucht in das Laminat rein zu beißen, was er natürlich nicht schafft, dann lasse ich ihn einfach liegen und gehe. Es dauert dann keine 2 Minuten bis er sich beruhigt hat. Auch versuche ich ihm, mit wenigen Worten klar zu machen, warum er gerade nicht seinen Willen bekommen kann. Aber eben mit wenigen Worten. Stundenlange Vorträge und ewig langes inkonsequenten rum-getexte würde er wohl noch nicht verstehen. Auch beim Abendessen rede ich nicht lange  um den heißen Brei herum. Wenn das Essen vor Wut bei mir im Gesicht landet, dann landet er ohne weiteres Essen im Bett. Ich habe mir das Wort “Konsequenz” ganz fett auf meinen Schirm geschrieben. Das sind natürlich nur zwei Beispiele von vielen Momenten in denen die Hörner des Stieres zum Vorschein kommen. Immer wieder beratschlagen wir uns über die jeweiligen Situationen und versuchen kindgerechte und trotzdem konsequente Lösungen zu finden.  Bisher fahren wir damit sehr gut. Trotzdem war ich auf der Suche nach dem Wieso und Warum. Ich bin mit diesen Fragen an unsere Tagesmutter heran getreten…
 

Wenn wir es verstehen, wird es vielleicht leichter

Unsere Tagesmutter ist echt super. Sie hat für alle Fragen immer ein offenes Ohr und einen guten Rat.  Wenn ich jemandem vertraue, dann wohl ihr. Sie macht ihren Job nun schon sehr lang und hat sehr viel Erfahrung. Ja gerade mit den Trotzphasen der Kinder denn in welchem Alter sind denn die Mäuse wenn sie bei einer Tagesmutter untergebracht sind, so ziemlich genau in dem Alter der Trotzphase. Dennoch ist mir aufgefallen das unser Sohn bei ihr und auch bei den Großeltern fast gar nicht zickig ist. Sie hat es mir so erklärt:
Unser Kind ist es von Anfang an gewöhnt das seine Bedürfnisse erfüllt werden. Schon im Mutterleib werden die noch wenigen Bedürfnisse sofort gestillt. Ein Neugeborenes hat dann zwar auch noch nicht viele Bedürfnisse und doch werden sie sofort erfüllt. Stillen, Wickeln und Kuscheln sind Dinge, die wir nicht dann machen, wenn es gerade uns als Eltern passt, sondern wenn es gebraucht wird. Das Kind lernt uns als Versorger kennen. Es hat Vertrauen zu uns. Seine Wünsche werden nicht auf die lange Bank geschoben. Irgendwann versuchen wir dann einen täglichen Rhythmus zu entwickeln. Zeiten in denen gegessen, gebadet oder geschlafen wird, werden von uns angeordnet. Das Kind wird älter und entdeckt seinen eigenen Willen. Plötzlich merkt es aber, das die Rollen zwischen Eltern und Kind vertauscht sind und das kann es natürlich nicht verstehen. Es wird dann jetzt das gemacht, was wir als Eltern gerade wollen und bestimmen und nicht mehr umgekehrt. Dazu kommt dann eben noch der eigene Dickkopf des Kindes und das macht es natürlich nicht einfach. Irgendwie verständlich… Ganz anders ist es bei der Tagesmutter, im Kindergarten oder bei anderen Personen. Das Kind lernt solche Personen von Anfang an kennen, als jene, die den Ton angeben.  Auch versucht sich das Kind in eine Gruppe zu integrieren. Wer will schon gern aus der Reihe tanzen. Hier ist es dann wohl um ein vielfaches einfacher, für die Erwachsenen aber auch für die Kinder. Die sagen wir mal “Rangordnung” ist von Anfang an klar und wird nicht verändert.
Diese Erklärung hat mir geholfen, mein Kind besser zu verstehen. Danke liebe Tagesmutter !
 

Eure Nina

 
Bildquelle: http://pixabay.com/de/users/debowscyfoto-243623/

  8 comments for “Mein Sohn, der trotzig sein darf !

  1. 14. August 2014 at 18:00

    Vielen lieben Dank, ich hätte es nicht besser beschreiben können. Ist es doch genau so wenn wir Erwachsenen mit tausend verschiedenen Dingen zugeladen und konfrontiert werden. Zumindest ich ragiere dann überladen, gereizt und genervt.
    Ein wirklich toller Blogpost!

    • 14. August 2014 at 21:40

      Danke, ja ich denke mir halt immer das man sich erstmal in die Situation rein versetzen muss um es besser zu verstehen

  2. 14. August 2014 at 20:37

    Der Tipp deiner Tagesmutter ist echt super. Ich habe mich schon gewundert, warum ich das als Nanny bzw. Erzieherin so gut hinbekommen habe mit der Trotzphase und jetzt so mit meiner Tochter „kämpfe“.

    LG
    Petra

    • 14. August 2014 at 21:42

      Ich war auch ganz überrascht das die Lösung so simple zu sein scheint

  3. 15. August 2014 at 21:49

    Liebe Nina,

    eine sehr interessante Sichtweise Deiner lieben Tagesmutter, die es in der Tat leichter macht, zu verstehen, warum Kinder so reagieren wie sie reagieren oder eben so sind, wie sie sind. Evolution. Ich denke, das ist die Antwort auf alle Fragen.

    Wieder mal ein ganz toller Blogpost!

    Ich wünsche Euch alles Liebe ♡

  4. Lizza
    30. August 2014 at 17:01

    Aus der Sicht habe ich das noch gar nicht betrachtet. Aber es ist schon irgendwie logisch.

    • 31. August 2014 at 13:47

      Liebe Lizza:-) für mich klingt es auch sehr logisch. Liebe Grüße, dein SchwH.

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