MUTTERGEFÜHLE…

Muttergefühle Philinsmom

Als ich noch kein Kind hatte, konnte ich mir schlicht nicht vorstellen was genau Muttergefühle sind. Ich stellte mir ein Leben als Familie und mit einem Kind leicht vor. Ich stellte mir vor, dass sich nicht viel ändern würde und dass man stets alles unter einen Hut bekommt. Ich stellte mir vor, dass es in meiner Gefühlswelt genauso bleiben würde und dass ich nur einen Platz mehr in meinem Herzen frei machen müsste für ein weiters Familienmitglied. 

Man stellt es sich halt einfacher vor als es wirklich ist.

Ich kann mich noch genau an ein Gespräch erinnern, welches ich führte bevor ich Mutter geworden bin. Mir wurde gesagt, dass man sein Kind über alles lieben würde und das man alles und jeden hinten an stellen würde. Man würde sogar den eigenen Partner, den man ja liebt und mit dem man ja genau diese Familie gründen möchte, hinten an stellen würde und das eigene Kind würde immer, wirklich immer an erster Stelle stehen. Ich wollte damals genau diesen Worten nicht wirklich glauben und belächelte es ein wenig. Ich war davon überzeugt, dass mein Partner für mich immer der wichtigste Mensch bleiben würde und das ein Kind nur genauso geliebt werden würde. Ich war fest davon überzeugt, dass ich keine Glucken-Mutter werden würde die sich ständig um das eigene Kind Sorgen machen würde. Ich war von mir selbst überzeugt und vor allem wusste ich meine Gefühle unter Kontrolle zu haben. Selbst als ich dann schwanger wurde hatte ich noch immer diese Überzeugung. Die Wahrheit ist, dass ich einfach keine Ahnung hatte was auf mich zukommt und wie sehr meine Gefühlswelt mich noch eines besseren belehren würde.

Kurz vor der Geburt sah ich unseren zukünftigen Sohn immer noch als ein weites Familienmitglied welches mit viel Liebe und Geborgenheit einen eigenen Platz bekommen würde in einer stabilen Familie in der alle gleichberechtigt sind. Ich hatte sie einfach nicht gefühlt, jene Muttergefühle die mich ein paar Tage später völlig überrumpeln sollten.

Der Tag kam und ich finde bis heute noch keine Worte für diesen Moment in dem man selbst zur Mutter wird und sich einfach alles ändert…

Man bekommt sein Kind kurz nach der Entbindung auf den eigenen Körper gelegt und es schauen große, mit Hoffnung erfüllte Augen zu einem herauf. Genau in diesem Moment kann man eine Verwandlung spüren die einem das Herz heraus reißt und eine Mutter dir macht. Es ist fast etwas magisches was einem  umgibt und die Erde kurz zum stehen bringt.

Da waren sie also, die Muttergefühle, die ich bis heute nicht in Worte fassen kann. Es sind bedingungslose und zugleich vollkommene Gefühle die mit jeder Menge Sorgen verbunden sind. Es sind Gefühle die dich selbst an zweite Stelle bringen und die dich dazu bringen genau diesen einen kleinen Menschen zu lieben.

Man würde tatsächlich alles für sein Kind tun. Man würde sein letztes Hemd für das eigene Kind geben und man würde sich selbst opfern um das eigene Kind zu schützen. Man würde sich immer für das Kind entscheiden. Wenn ich aus unerfindlichen Gründen meinen zukünftigen Mann oder mein Kind retten könnte, ich würde mein Kind retten. Klingt vielleicht ein bissl derb, ist aber leider so! Du würdest dich für dein Kind zum Obst machen du würdest wirklich immer die peinliche Brotdose auf den Schulhof hinterher tragen. Du würdest all diese Dinge tun die dich selbst an deinen Eltern einfach nur genervt haben und die du nicht verstehen wolltest. Du würdest für dein Kind einfach alles machen.

Ich werde nie diesem Moment vergessen, in dem ich das erste Mal mein Kind richtig ansah. Er sah aus wie ein Engel und schaute mich mit seinen großen Augen so intensiv an. Ich sah ihm ebenfalls in die Augen und genau in diesem Moment änderte sich einfach alles. Ich denke heute noch zurück an jenes Gespräch und muss im Nachhinein feststellen, dass ich mich geirrt hatte. Es ist wahr! Sobald man Mutter wird kann man eben genau diese Muttergefühle spüren und auch nachvollziehen. Man liebt sein Kind einfach, egal was es angestellt hat oder wie sehr es einen wieder auf die Palme gebracht hat. Man wird es immer lieben und man könnte ohne es einfach nicht mehr leben. Man macht sich ständig Sorgen um das eigene  Kind und würde es am liebsten sein ganzes Leben lang beschützen und im Watte packen wollen. Leider kann man das natürlich nicht und muss auch irgendwann loslassen können.

Es ist nicht leicht als Mutter, denn zum einen hat man tagtäglich mit jenen starken und mitreißenden Gefühlen zu kämpfen und zum anderen macht man sich eigentlich ständig Sorgen. Man denkt an sein Kind, wenn es in der Kita ist und vermisst es eigentlich schon sobald man es dort abgeliefert hat. Man macht sich Sorgen ob dort alles gut geht und ob es sich wohlfühlt. Man freut sich jedes mal aus Neue unheimlich sein Kind wiederzusehen und sei es nur eine Stunde von einem weg gewesen. Man macht sich Sorgen sobald das Kind bei den Großeltern ist und denkt darüber nach ob das Kind gerade sein Zuhause vermisst. Man denkt eigentlich ständig an sein Kind und macht sich auch ständig Sorgen. 

Genau darum ist es eben nicht leicht als Mutter. Der Alltag ist längst nicht mehr so unbeschwert wie er einmal war. Man nimmt vieles sehr viel ernster und denkt auch mal über unschöne Dinge nach die aber eben zum Leben dazugehören. Man macht sich viel mehr Gedanken und plant auch viel weiter voraus. Man nimmt sein Leben ernst, denn man hat eine sehr große Verantwortung sobald man Mutter wird. Es ist in der Tat alles nicht mehr so einfach und fluffig wie es mal war, aber es ist eben auch schön. So schwer Muttergefühle sein können, so schön sind sie am Ende eben doch. Man kann sie nicht in Worte fassen, man muss sie einfach irgendwann selbst spüren um so manche komische Verhaltensweisen und Macken von anderen Müttern verstehen zu können…

 

 

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