Muttertag, ein selbstbewusstes Kind und vergossene Tränen…

Nun ist er schon wieder vorbei der Muttertag. Es war der offiziell zweite Muttertag den ich erleben durfte. Auch wenn mein Sohn noch sehr jung ist, hab ich mich doch darauf gefreut. Ich wusste ja schon vorher das die Tagesmutter mit den Kids wieder liebevolle Geschenke basteln würde. Sie gibt sich da wirklich Mühe und das merkt man auch immer wieder. Ich war also schon gespannt darauf, was sie denn diesmal wieder hübsches mit den Kindern gemacht hat. Auch hat der Papa versucht mir eine Freude zu machen und hat vorher mit dem Mini geübt, mich zu drücken und zu umarmen wenn dann der Morgen des Muttertags gekommen ist. Er macht es ja schon so nie und es hat sich seit dem letzten Beitrag über das Thema an der Art meines Sohnes nicht wirklich etwas geändert. Der Papa hat sich also bemüht, mich ausschlafen zu lassen und kam dann mit dem Mini und sagte ihm, dass er mich doch mal drücken sollte da ja Mamatag ist. Leider kommt es immer anders als man denkt und so hat mich mein Sohn, eigentlich wie immer, links liegen gelassen. Für einen Fremden mag das nicht schlimm klingen, aber wenn man das seit Geburt an so hat, tut es irgendwann richtig weh.

Der Mini umarmt jeden. Den Opa, die Oma, den Papa…Wenn der Papa sich unerwartet entfernt, gibt es Geschrei. Die Mama kann bleiben wo der Pfeffer wächst! Noch vor einiger Zeit habe ich auch gedacht, dass es nur etwas Zeit braucht. Mittlerweile glaube ich daran nicht mehr. Er ist einfach so. Er hat so einen Charakter und ist vom Wesen her einfach so. Ich werde das so akzeptieren müssen. Das fällt einem natürlich sehr schwer. Welche Mutter kann schon einfach so akzeptieren, dass ihr Kind an ihr überhaupt nicht hängt.

Die Familie versucht mich immer aufzubauen und sagt mir das ich doch froh sein soll, weil ich es ja dadurch sehr viel leichter hätte. Das stimmt irgendwo ja auch, aber trotzdem geht es irgendwann an die Substanz und bricht einem immer wieder das Herz. Irgendwann fragt man sich auch was man denn falsch macht oder ob das Kind vielleicht mit der eigenen Art nicht klar kommt und keine Sympathie vorhanden ist. Immer wieder sage ich mir selbst, dass ich doch geduldig bleiben muss und das irgendwann die Zeit kommen wird, in der ich als Mama mehr gefragt bin. Leider kann nur eine Mutter, der es genauso geht, verstehen wie sich dieses Warten anfühlt.

Alltäglich gewöhnt man sich daran und lernt damit so gut es geht umzugehen. Man denkt weniger darüber nach und die Sache wird nur selten in Erinnerung gerufen und so wieder zum Thema. Ja man gewöhnt sich irgendwann an die Distanz zwischen Mutter und Kind. Kommen dann aber Tage wie dieser Muttertag und man wünscht sich einfach nur eine Umarmung vom Kind, ist das Thema wieder ganz nah da und lässt mich etwas zweifeln an meinem persönlichen Mutterglück….

 

Bildquelle: pixabay.com

  3 comments for “Muttertag, ein selbstbewusstes Kind und vergossene Tränen…

  1. Mel
    11. Mai 2015 at 12:04

    Ich kann dich gern das nächste Mal wenn du kommst gaaaanz fest in den Arm nehmen. 😉
    Wir hatten ja schon darüber geredet. Ich stelle es mir sehr schwer vor. Ich kenne kaum eine Mama, die ihr Kind nicht am liebsten erknuddeln würde.
    Sicher kommt der Tag, an dem er dich zu schätzen weiß. <3

    • 11. Mai 2015 at 19:54

      Das nehme ich dann gern an 🙂 Ich hoffe ja auch das es irgendwann von allein kommt…

  2. Eva
    12. Mai 2015 at 10:35

    Liebe Nina,

    ich kann sehr gut nachempfinden wie du dich fühlst. Unsere erste Tochter (heute 4) war sehr lange ein Papakind. Papa bringt mich ins Bett, Papa trägt mich, nur Papa darf das. Dann kam Oma: Oma holt mich vom Kindergarten ab, wo ist Oma, ich will zur Oma. Und du stehst als Mama daneben, tust alles, schupfst den Haushalt, spielst die Krankenschwester, kochst jeden Abend was die Kids mögen und bist trotzdem Luft.

    Unsere zweite Tochter (fast 2) ist noch freigeistiger. Die wollte sehr lange mit niemanden wirklich knuddeln, auch heute sitzt sie eigentlich lieber irgendwo allein, mit Sicherheitsabstand zur Schwester, Kuscheln im Bett bitte nur ganz kurz. Sie rennt lieber herum und macht sich mit einem lauten „Nein!“ frei von allem, was sie nicht für sich braucht.

    Aber dann gibt es auch kleine Glücksmomente. Wenn die Kleine beim Einschlafen plötzlich meine Hand halten will. Und die Große auch mal eine Mamaphase entwickelt. Niemand kann dir versprechen, dass dein Sohn sein Nähebedürfnis zu dir ändern wird. Aber wenn es soweit ist und er dich auch körperlich viel näher lässt, dann weißt du, dass es von Herzen, tief drinnen aus seiner Seele kommt. Und dass er es genau so meint.

    Als Mama müssen wir viel aushalten und die meisten von uns machen einen viel besseren Job, als wir es uns selbst eingestehen. Wir sind tough, liebevoll, wir lenken, wir verstehen, wir unterstützen, wir malen, wir basteln, wir kochen, wir lieben. Manchmal geben wir uns so sehr in unserem Mutterleben auf, dass wir nur mehr von der Liebe unserer Familie abhängig zu sein scheinen.

    Aber wir existieren auch außerhalb unserer Mutterrolle weiter. Und wenn wir uns das jeden Tag ein wenig bewusst machen, dann fällt es auch leichter, die Anderen – ja, auch unsere Kinder – mit ihrem Wesen anzunehmen.

    Dein Glück als Mutter besteht nicht nur aus einer Umarmung am Muttertag. Dein Glück als Mensch ist ein Puzzle aus vielen Menschen, Begegnungen, Erlebnissen, Eindrücken, Reisen, Lehrstücken die das Leben jeden Tag für uns bereit hält.

    Lass dich umarmen! Von deinem Mann, von der Sonne, von lieben Freunden, von deiner eigenen Mama, vom Meer, vom Leben.

    Alles alles Liebe!
    Eva

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