Warum wir uns als Eltern auch mal eine Pause gönnen.

Super-Eltern gibt es nicht…

 Eltern wollen perfekt sein. Ja gerade Mütter wollen immer 100 Prozent geben und alles richtig machen. Sind wir mal ehrlich, der Spagat zwischen Karriere, Haushalt und Kindern ist oft schwieriger, als man denkt.

 
Irgendwann stößt man an seine Grenzen. Kindererziehung und die Rolle als Mutter und Vater sind nun mal der härteste Job der Welt. Man kann nicht immer alles richtig und perfekt machen. Welches Kind möchte schon perfekte Eltern die vorgeben, einen nie leer werdenden Akku zu haben. Schwächen auch mal zuzugeben und zu zeigen, sind meiner Meinung nach auch wichtig in der Kindererziehung. Viel zu oft wird Kindern von Anfang an gezeigt, das sie bitte perfekt funktionieren sollen. In der sogenannten Quality-Time wird dann 200 Prozent gegeben, damit das Kind bitte noch vor Max Müller bis 10 zählen kann oder damit wir Eltern unser schlechtes Gewissen beruhigen. Sämtliche Farben werden dann 10 mal durchgegangen und das Kind wird in dieser kurzen Zeit einfach überfordert und zugetextet.
Ich bin da eher sehr entspannt und genieße die Nachmittage mit meinem Sohn. Ich gönne mir dann auch mal eine Pause und setze mich mit meinen Kaffee einfach neben ihn, während er bestimmt was und wie er spielen möchte. Ich gönne uns ausgeglichene und entspannte Nachmittage. Ich muss nicht immer 100 Prozent geben. Ich sitze nicht permanent neben ihm und trichtere ihm ein, das der Sand auch bitte im Eimer landen  muss und nicht daneben.
Mit der Zeit hab ich die Erfahrung gemacht, das er viel zufriedener spielt, wenn ich ihn auch einfach mal machen lasse und einfach mal die Klappe halte. Dieses berühmte und permanente ,, Mach mal dies, mach mal jenes, schau mal hier und sag mal das,, ist meiner Meinung nach, nach einem anstrengenden Tag in der Kita, sowieso kontraproduktiv. Versetzen wir uns mal in die Lage des Kindes und stellen uns vor, wie es uns erginge. So hab ich auch absolut kein schlechtes Gewissen, wenn ich mich auch mal neben den Sandkasten setzte und mein Kind einfach mal nicht volltexte. Durchatmen, ein bisschen Kraft tanken und die Zeit zusammen einfach mal genießen.
Uns ist bewusst das man als Eltern nicht immer alles geben kann. Umso schneller ist der Akku doch wieder leer und dann jammern wir rum, das wir nicht mehr können. Wir wissen ganz genau das wir auch mal eine Pause brauchen. Ja auch einfach mal Paar sein und was für sich machen, ist uns sehr wichtig. Man kann nicht immer nur Mami und Papi sein. Wo bleibt da die Beziehung? Genau, auf der Strecke!  Zugeben das man  als Eltern auch mal eine Auszeit braucht,  fällt vielen Paaren schwer. Uns nicht, wir ziehen lieber vorher die Bremse und genehmigen uns mal Zeit nur für uns.
Wir geben unser Kind regelmäßig übers Wochenende zu Oma und Opa. Etwa 1 bis 2 mal im Monat haben wir so ein kinder-freies Wochenende. Ich muss dazu sagen, das unser Kind nicht so das anhänglichste Kind ist und es absolut keine Probleme damit gibt, das er uns 2 Tage nicht sieht. Willkommen-anhaenglichkeit  
 
 

Ein Wochenende nur für uns…

 
So haben wir unseren Spatz am Freitag Nachmittag wieder zu Oma und Opa gebracht. Nachdem wir 2 Wochen in Dänemark waren und dann noch eine Woche Urlaub hatten, war es schon eine Weile her, das unser Kind bei den Großeltern war. Also haben wir  beschlossen, das er das Wochenende dort verbringt und wir den Urlaub entspannt zu zweit ausklingen lassen. Bei den Großeltern angekommen, blieben wir noch für 1 bis 2 Stunden. Er bekommt dann die Zeit die er braucht, um mit Oma und dem anderen Umfeld wieder warm zu werden. Das machen wir immer so, denn schnelle oder gar keine Abschiede, indem man sich schnell davon schleicht, zerstören das Vertrauen. Das klappt auch immer wieder gut. Unser Spatz verabschiedet uns zufrieden und winkt uns sogar. Ganz ohne Theater.
Die ersten Stunden machen wir uns dann immer Gedanken und haben vielleicht ein kleines bisschen ein schlechtes Gewissen. Aber das vergeht meistens sehr schnell und spätestens wenn Oma anruft, und uns Bescheid gibt, das alles in Ordnung sei, sind wir beruhigt und können abschalten.
Das Wochenende wurde mal wieder voll ausgekostet. Freitag haben wir uns mit Freunden in Leipzig getroffen und sind gemütlich und super lecker Essen gegangen. Samstag wurde erstmal bis in die Puppen geschlafen und die alten Gewohnheiten hervor gekramt.  Das Leben als Eltern ist Spießig, oder?  Nachdem wir Samstag dann den ganzen Tag auf dem Balkon die Ruhe genossen haben, ging es Abends wieder mit Freunden los in die Stadt.  Zwischendurch wird dann mit Oma und Opa immer kurz geschrieben und telefoniert. Am heutigen Sonntag wurde natürlich wieder ausgeschlafen. Mein Göttergatte ist gerade beim Fußball und ich habe alle Zeit der Welt, hier zu sitzen und diesen Beitrag zu schreiben…
Wir haben sehr viel Vertrauen zu den Großeltern unseres Kindes. Sie machen das wirklich wunderbar. Es klappt immer ohne Probleme und Theater. Unser Kind liebt sie und ist sehr gern bei ihnen.  Meine Schwiegermama liebt unser Kind mindestens genauso sehr wie wir, wodurch wir mit Gelassenheit unser Kind in ihre Obhut geben.  Auch wenn es manchmal Differenzen in Sachen Kindererziehung gibt. Die gibt es sicherlich überall zwischen Eltern und Großeltern.  Solche Differenzen dann nicht in einen Familienstreit ausarten zu lassen, sondern die Hilfe mal dankend anzunehmen, kann einem das Familienleben auch erleichtern. Einfach mal über den Schatten springen und zugeben das man nicht Super-Mami und Super-Papi ist, fällt vielen Eltern schwer. Das schlechte Gewissen dabei, den Nachwuchs abzugeben, kommt noch hinzu.
Wir haben mittlerweile so gut wie gar kein schlechtes Gewissen mehr dabei. Warum auch, wenn alle Beteiligten dabei glücklich und zufrieden sind. Wir sind schließlich auch nur Menschen und keine Maschinen, die immer 100 Prozent geben können. Und so ein Wochenende  für sich als Paar, kann für die Beziehung nicht schlecht sein. Was hat das Kind davon, wenn man irgendwann vor lauter Mami und Papi die Liebe nicht mehr sieht. 
Heute Nachmittag werden wir unseren kleinen Schatz wieder abholen und  haben dann wieder mehr Energie und Kraft um wundervolle Eltern zu sein.
Wir wissen voll und ganz das er in guten Händen ist und sich dort wohl fühlt. Ein herzlichen Dankeschön an dieser Stelle für Oma und Opa. Ohne sie wären wir wohl manchmal aufgeschmissen.
 
P.s. Eltern zu sein ist wunderschön. Ein Paar zu bleiben aber auch!
 
Eure Nina
 
Bildquelle : Oliver Thaler_pixelio.de

  4 comments for “Warum wir uns als Eltern auch mal eine Pause gönnen.

  1. 10. August 2014 at 15:11

    Danke für den tollen Artikel. ich bewundere, wie ihr loslassen könnt und genießt. Zum Glück hab ich bei unserer Tochter eine gesunde Mischung aus kuscheln und allein spielen, die sowohl vor als auch nach der Betreuung bei der Tagesmutter anhänglich ist, was ich sehr genieße. Sie wuerde sicherlich auch dort übernachten, wenn’s drauf ankommt, weil sie dort wie zu Hause ist. Sie genießt aber auch das Schlafen im Familienbett, und wir natürlich auch. Ich bin froh, dass es so ist wie es ist. Ich denke jedoch, dass man das Kind entscheiden lassen sollte wieviel Nähe sie brauchen.
    Daher bewundernswert, wir ihr das beste daraus macht.

    • 10. August 2014 at 19:49

      Ja, wir wissen es sehr zu schätzen, dass das bei uns so toll klappt. Bevor man den Kopf in den Sand steckt, weil es mal wieder etwas anstrengender ist, versuchen wir immer das Beste daraus zu machen. Lieber einen Weg finden, damit es wieder enspannter wird, als irgendwann durchzudrehen. 🙂
      Wenn man mit seiner Art und Weise des Familienlebens glücklich und zufrieden ist, dann ist doch alles super. Danke, und ich freue mich wenn der Artikel gefällt 🙂 Liebe Grüße Nina

  2. 27. August 2014 at 20:18

    Danke, das kann ich nur unterschreiben. Wir machen es ganz genauso!
    Liebe Grüße Nina

    • 29. August 2014 at 12:09

      Liebe Nina, ich finde es wichtig sich auch mal Zeit nur zu zweit zu nehmen. Ein Glück das man die Großeltern dann ganz in der Nähe hat. 🙂 Liebe Grüße Nina

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